Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Konzept in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Grundlagen

In seinen Anfängen war das Naturschutzzentrum Bruchhausen eine klassische Umweltbildungseinrichtung und hat sich grundsätzlich an dem Motto „NATÜRLICH Lernen“ orientiert. Beeinflusst durch die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelte sich das Bildungsprogramm der Einrichtung konsequent zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter. Seit Oktober 2016 ist das Naturschutzzentrum BNE-Regionalzentrum für den Kreis Mettmann.

Neben den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalens und der Agenda 2030 (Sustainable development goals) bildet die „Leitlinie für Bildung für nachhaltige Entwicklung“ die Grundlage für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit.

Schwerpunkte

Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem selbsttätigen, handlungsorientierten und eigenverantwortlichen Lernen in den unterschiedlichen, vielfältigen Lebensräumen des Naturschutzzentrums oder an Stationen zu verschiedenen BNE-Inhalten. Dieses Lernen und Erfahren ist in besonderer Weise dazu geeignet, bei Menschen das Interesse an Naturphänomenen und zukunftsrelevanten Fragestellungen zu wecken. Darüber hinaus werden auch die Einsichten in ökologische, globale, ökonomische und kulturelle Zusammenhänge gefördert und so zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Handeln angeleitet. Im Sinne der Gestaltung von BNE-Lernprozessen wird eine multiperspektivische Betrachtung, das systemische Denken und die Vernetzung von Wissen gefördert. Dabei ist entscheidend, dass die Besucherinnen und Besucher eine Gestaltungskompetenz entwickeln, die sie zu einer Lebensweise befähigt, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation ohne die Gefährdung der Ressourcen zukünftiger Generationen gerecht wird. Im Rahmen einer Reflexion werden Widersprüche, Unwägbarkeiten, Dilemmata und Risiken aufgegriffen und Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handelns erarbeitet.

Von großer Bedeutung in der Einrichtung ist weiterhin die Pädagogik Maria Montessoris, welche von den Grundprinzipien Freiheit und Organisation der Arbeit getragen ist und zu selbstorganisiertem Lernen auffordert. Schülerinnen und Schüler werden bei der Gestaltung ihrer Lernprozesse unterstützt, sie übernehmen so Verantwortung für sich und andere und machen sich den Erfolg des eigenen Lernens und Engagements bewusst. Das Leitbild Montessoris „Hilf mir, es selbst zu tun“ unterstützt Kinder (und auch Erwachsene) dabei, aufgrund ihrer eigenen Initiative handeln und ihrem Bedürfnis nach Bildung nachkommen zu können, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.  In den Bildungsprogrammen spielen das partizipative und kooperative Arbeiten eine besondere Rolle.

Inklusive Bildung und inklusives Arbeiten sind sowohl Teil unseres pädagogischen Konzeptes als auch unseres Leitbildes.

Gestaltung

Die Gestaltung der pädagogischen Programme orientiert sich stets an der folgenden Struktur:

  • Einstieg: Anknüpfung an der Lebenswirklichkeit und dem Vorwissen der Kinder, Aufgreifen/Entwickeln einer relevanten Fragestellung aus dem Bereich BNE, Ablauf- und Zieltransparenz
  • Erarbeitung/Arbeit: Schwerpunkt in dieser Phase ist das selbstständige, kooperative und handlungsorientierte Arbeiten
  • Reflexion: Benennen und Sichern des Lernfortschritts, Transformation auf die eigene Lebenswirklichkeit und das eigene Handeln
  • Evaluation: Rückmeldung durch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte, Selbstreflexion im pädagogischen Team und ggf. Weiterentwicklung

In den Programmen werden je nach Gruppenstruktur unterschiedliche Methoden eingesetzt.

Inhalte

Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt der pädagogischen Bildungsarbeit ist die Biodiversität. Die Umgebung des Naturschutzzentrums bietet die Möglichkeit verschiedene Lebensräume (z.B. Teich, (Streuobst)Wiese, Wald, Garten, Hecke) in ihren ökologischen Zusammenhängen zu erforschen. Hierzu wurde der Außenbereich im Hinblick auf Anschauung und direkte Naturbegegnung kontinuierlich optimiert. Bei den Programmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung wird eine Verknüpfung mit den verschiedenen Dimensionen (ökonomisch, global, sozial, kulturell) umgesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt, der im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung konzipiert wurde, sind die Forschertage mit der Arbeit an Stationen zu den verschiedenen BNE-Themen (Klima, Plastik, 17 Ziele für eine bessere Welt, Wasser).

Im Rahmen des Netzwerkes „Schulgarten“ (Schule der Zukunft) wird neben der praktischen Arbeit im Garten auch der Blick auf Ernährung und Konsum gerichtet.

 

3._Pädagogisches Konzept und BNE 2020